Systemische Familienaufstellungen machen das Unsichtbare sichtbar

27. Mai 2021, Stella Hiesmayr

Die systemische Familienaufstellung ist eine Methode die gerne im Rahmen einer Beratung und/oder Therapie eingesetzt wird, um verborgene Muster die uns bestimmen, sichtbar zu machen.

Die Methode geht davon aus, dass jeder Mensch ein Resultat der Erziehung seiner Eltern ist. Die Eltern wiederum sind das Resultat der Erziehung der Großeltern, usw. Das bedeutet, dass wir als Menschen nicht als Individuum gesehen werden können sondern immer im Zusammenhang mit unserem Familiensystem.

Wir sind Teil unserer Familie.

Unsere Familie hat ihre eigene Schicksalsgeschichte.

Wir teilen die Schicksalsgeschichte unserer Familie.

Im Rahmen der Beratung und im Zuge der systemischen Familienaufstellung wird die verborgene Familien-Dramaturgie und die dazugehörigen Muster beleuchtet. Die Familien-Dramaturgie ist tief in unserem Unbewussten abgespeichert. Das Unbewusste denkt nicht linear. In ihm ist alles was war auch jetzt. Es denkt in Gefühlen, Assoziationen und Metaphern. Durch das Bewusstwerden der unbewussten Dramaturgie unserer Familie können Muster erkannt und verändert werden.

Am Anfang sind unsere Eltern alles

Als Kinder werden wir in eine Familie geboren und nehmen wie ein Schwamm alles von unseren Eltern an.

Intuitiv nehmen wir wahr wie es unseren Eltern geht,

wir fühlen was sie fühlen,

wir beginnen zu denken was sie denken,

wir ahmen ihr Verhalten und ihre Handlungen nach

und glauben an das was sie glauben.

Ungefiltert und bedingungslos lieben wir und nehmen alles, auch die Belastungen unserer Eltern, und machen sie zu unseren.  Wir versuchen Glück ins Unglück zu bringen, passen unser Verhalten an, damit unsere Eltern froh sind und uns lieben.

Aus Liebe zieht sich die kindliche Seele Schuhe an, die ihr nicht passen, mit denen sie stolpert. Aus Liebe trägt sie Koffer, voll mit Dingen die sie nicht braucht und die viel zu schwer sind.

Der unbewusste Prozess der Verstrickung

Der Prozess der Persönlichkeitsbildung geschieht unbewusst. Wir wissen nicht, dass wir unsere Persönlichkeit aufgrund der wahrgenommenen Wirklichkeit unserer Eltern formen. Wir zeigen das, wofür wir gelobt werden und unterdrücken das, wofür in unserer Familie kein Platz ist. Manchmal jedoch lieben wir gerade das was von unserer Familie ausgeschlossen und nicht akzeptiert wird.

Die kindliche Seele liebt alles und alle aus der Familie.

Sie macht keine Unterscheidung zwischen Gut und Böse.

Sie ist verbunden mit dem Verborgenen.

In systemischen Familienaufstellungen sprechen wir von „Verstrickungen“. Diese entstehen, wenn im System (der Familie) Kinder versuchen den Schmerz ihrer Eltern bzw. ihrer Großeltern auszugleichen.

In unserem nächsten Blogbeitrag, werden wir dir ein reales Beispiel einer solchen Verstrickung zeigen.

Fortsetzung folgt …